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16.09.2016

Riesenerfolg! Thomas Ulbricht sprintet in Rio zu Bronze

Rio/Salzwedel. „Eine Medaille ist mein Ziel, diesen Traum will ich mir noch einmal erfüllen. “ Im Vorfeld der Paralympics 2016 in Rio de Janeiro hatte der gebürtige Salzwedeler Thomas Ulbricht diesen Wunsch geäußert. Heute Nacht wurde dieser Traum Wirklichkeit.

Über die 100-Meter sprintete der stark sehbehinderte Sportler zur Bronzemedaille.

Nach Platz sechs über 400-Meter und Rang zehn im Weitsprung, lief es für den 31-Jährigen, der in Berlin lebt, arbeitet und trainiert, wesentlich besser. Ulbricht gewann seinen Vorlauf und zog im „Estadio Engenhao“ mit der viertbesten Zeit in den Endlauf ein. Dort musste er den Kubaner Leinier Pineder Savon, der in 10,97 sek Gold holte, und den Südafrikaner Jonathan Ndodomzi Ntute (11,09 sek) zwar ziehen lassen, mit 11,39 sek erreichte der Altmärker aber wie erhofft vor dem Asabaidschaner Elmir Jabraylov (11,51 sek) das Ziel. Auch sehr zur Freude seiner Eltern Kerstin und Siegfried, die in Rio unter den Zuschauern weilten.

Dabei waren die Voraussetzungen auf einen zweiten Medaillengewinn nach Silber 2008 in Peking, damals im Fünfkampf, denkbar ungünstig. Thomas Ulbricht hatte mit Problemen an den Waden zu kämpfen, er konnte im Vorfeld daher nur leicht trainieren. Auch die hoch gesteckten nationalen Normen hatte der Salzwedeler nicht erfüllt, da er jedoch in den Jahresbestenlisten im Vorderfeld platziert war, entschlossen sich die Verantwortlichen, Thomas Ulbricht dennoch mit nach Rio zu nehmen.

Das in ihn gesetzte Vertrauen hat der Wahl-Berliner, der beim PBC Berlin von Bundestrainer Dr. Ralf Otto trainiert wird und einst in Tangerhütte an der Sehbehindertenschule von Heike Dissing für die Leichtathletik entdeckt wurde, in der brasilianischen Metropole gerechtfertigt.
Und Thomas Ulbricht war im Ziel natürlich überglücklich. „Ich hatte unten in den Katakomben schon gemerkt, dass die Waden wieder zugingen. Das ist bei mir ein Kopfproblem. Daher wenig machen und durchziehen. Ich dachte, komm der eine Lauf, du holst dir jetzt das Ding“, so der Salzwedeler im ZDF-Interview.
Aufgrund der anhaltenden Probleme mit den Waden verzichtet der Leichtathlet, der bei seinen Heimatbesuchen immer im Salzwedeler Seelenbinder-Stadion trainiert, heute auf einen Start über 200-Meter. Egal, denn sein Medaillentraum hat sich in Rio de Janeiro ja erfüllt.

Von Renee Sensenschmidt